Erinnerungen eines kleinen Mädchens an Felicia Langer (09.02.2014)

Salam Hamdan ( 2012) Ich kannte sie, als ich Mitte der 70er-Jahre ein sehr kleines Mädchen war, als ich sie in ihrem Büro in Westjerusalem mit meiner Mutter und meiner kranken Schwester zu besuchen pflegte. Meine Erinnerungen an sie sind ein bisschen nebelig, da ich sie kennen lernte, als ich etwa 5 oder 6 Jahre alt war. Ich erinnere mich an ihr freundlich lächelndes Gesicht mit hellem Rot geschminkten Lippen, die meine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Ihre helle Haut wurde langsam von der Sonne am Meer dunkler, ihr helles braunes Haar durchzogen ein paar Silbersträhnen und ihre grünen Augen machten die vom Lippenstift geröteten Lippen perfekt. ... weiterlesen

Langer erhält palästinensischen Verdienstorden (20.01.2012)

Im Rahmen seines Besuchs verlieh Präsident Mahmoud Abbas am Dienstag der Rechtsanwältin Felicia Langer den palästinensischen Orden für besondere Verdienste. Seit Jahrzehnten setzt sich Langer für die Verwirklichung eines gerechten Friedens zwischen Palästinensern und Israelis ein.


Felicia Langer, Präsident Abbas,
Generaldelegierter Salah Abdel Shafi

In Anerkennung ihrer Rolle bei der Verteidigung palästinensischer Gefangene vor israelischen Militärgerichten sowie bei der Aufdeckung der israelischen Besatzungspolitik gegenüber der palästinensischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten verlieh Präsident Mahmoud Abbas am vergangenen Dienstagabend der israelischen Rechtsanwältin Felicia Langer den palästinensischen Orden für besondere Verdienste. Langer war die erste israelische Rechtsanwältin, die nach dem Juni-Krieg von 1967 begann, palästinensische Häftlinge vor israelischen Gerichten zu vertreten. In ihrer Zeit als Rechtsanwältin kämpfte sie gegen Enteignung, Häuserzerstörung, Deportation sowie Folter und setzt sich bis heute unermüdlich für die Verwirklichung eines gerechten Friedens zwischen Palästinensern und Israelis ein. Das palästinensische Volk habe wie jedes andere Volk das legitime Recht, seine Unabhängigkeit und Selbstbestimmung zu erhalten, erklärte sie in ihrer Rede. Sie habe alles in ihrer Macht stehende getan, um den Opfern der israelischen Besatzungspolitik zu helfen und beizustehen. Sie sei sehr glücklich, dass sie diesen Preis gerade zu Zeiten der arabischen Revolutionen erhalte.

„Dieser gesegnete Wind des Wandels wird das palästinensische Volk nicht ignorieren. Sehr geehrter Herr Präsident, aus der Tiefe meines Herzens möchte ich mich für diese Ehrung bedanken.“



Richtigstellung zu dem Wikipedia-Eintrag „Felicia Langer“

Auf Wikipedia wird die Behauptung aufgestellt, dass ich die Rede des iranischen Präsidenten zur Antirassismuskonferenz der UNO am 21. April 2009 als „Wahrheit“ bezeichnet haben soll. Diesen Vorwurf lehne ich entschieden ab: Ich habe niemals und nirgendwo den iranischen Präsidenten gerechtfertigt oder seine Reden als gut befunden. Dies ist eine Erfindung, um mich zu diskreditieren und zu diffamieren. Der Quellenverweis für diese Anschuldigung erscheint mir jedenfalls sehr zweifelhaft. Eine weitere Richtigstellung: Ich nahm im Jahr 2008 und nicht 2009 die deutsche Staatsangehörigkeit an.

Laut Wikipedia hat das israelische Verteidigungsministerium mir 1977 die Lizenz zum Verteidigen vor Militärgerichten in Israel entzogen, so dass ich die Palästinenser nur noch in deren Gebieten vertreten konnte. Dies ist nicht richtig. Mir wurde die Lizenz im Falle von Kriegsdienstverweigerern oder in besonderen Fällen ( „aus Sicherheitsgründen“) entzogen. Aber nicht in Militärgerichten, wo man die Palästinenser (auch in Israel) gerichtet hat. Ich konnte und hatte weiterhin sehr viele Palästinenser in allen Gerichten vertreten. In meinem Buch „Zorn und Hoffnung“, das auch in Israel verlegt wurde, schildere ich Gerichtsverfahren, wo Fälle von Palästinensern behandelt werden (s. Seite 371, Jahr 1981, Mohammad al Arda, oder siehe S. 390, Auad Hamdan.) Außerdem bin ich zu Anträgen beim höchsten Gerichtshof in Israel (High Court of Justice) in Jerusalem aufgetreten und war für diese Auftritte in Israel bekannt.

Zudem habe ich die israelische Palästinenserpolitik nie mit dem Holocaust verglichen, sonder als Apartheitspolitik bezeichnet.

Felicia Langer
05.04.2011 (Ergänzt am 04.06.2012)

Go here for English

Seit 1990 lebt Felicia Langer, die aus Polen stammende Jüdin, die vor den Nazis fliehen musste, mit ihrem Mann in Deutschland. Mieciu Langer hatte fünf Konzentrationslager durchlitten und war 1945 bei Kriegsende mehr tot als lebendig gerettet worden. 1949 hatten die beiden in Polen geheiratet. Kurz darauf wanderten sie nach Israel aus.

1959, als ihr Sohn Michael sechs Jahre alt war, begann Felicia Langer ihr Jurastudium; 1965 wurde sie als Rechtsanwältin zugelassen. Sie sah ihre Aufgabe darin, die Unterprivilegierten in Israel zu verteidigen. Der Sechs-Tage-Krieg 1967 war der Wendepunkt in ihrem Leben. Sie begann, Palästinenser vor israelischen Militärgerichten zu vertreten, kämpfte gegen Enteignung, Häuserzerstörung, Deportation, Folter etc. Aus ihren Tagebuchnotizen entstanden ihre ersten Bücher:

“With my own eyes“ (Mit eigenen Augen, 1974), “These are my brothers” (Diese sind meine Brüder, 1979), “From my diary” (1980), “The story written by the people” (1981), “An age of stone” (Die Zeit der Steine, 1988). Ihre Bücher sind in vielen Sprachen erschienen.

1990 schloss sie ihre Kanzlei aus Protest, weil das Justizsystem zur Farce geworden war, und übersiedelte nach Deutschland, wo sie Lehraufträge an den Universitäten in Bremen und Kassel übernahm. Nach wie vor streitet sie für die Menschenrechte und einen gerechten Frieden in Nahost, will eine Brücke zwischen Israelis und Palästinensern bauen.Sie schreibt weiterhin Bücher und Artikel, hält Lesungen und Vorträge, gibt Interviews und beteiligt sich an Diskussionen. Außerdem engagiert sie sich in Vereinen und Stiftungen, die das Ziel haben, Palästinensern zu helfen.

Für ihr unermüdliches und unerschrockenes Engagement erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Besonders wichtig sind ihr die folgenden: 

1990 wurde sie mit dem Alternativen Nobelpreis, dem Right Livelihood Award ausgezeichnet. 1991 ehrte sie die Bruno-Kreisky-Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte. 1990 wurde sie Ehrenbürgerin der Stadt Nazareth. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Staates Israel wurde sie 1998 von der israelischen Zeitschrift ’’You“ zu einer der 50 bedeutendsten Frauen der israelischen Gesellschaft gewählt.

2005 wird ihr der Erich-Mühsam-Preis verliehen.

Die Verleihung des Erich-Mühsam-Preises fand am 13. März 2005 im Scharbausaal der Lübecker Stadtbibliothek statt. Hier der Pressebericht von der Taz vom 14.03.2005

Wer, wenn nicht sie (taz nord 14.3.2005)
Die Menschenrechtsanwältin Felicia Langer erhielt gestern in Lübeck
Den Erich -Mühsam-Preis. Sie hat ihn verdient.

Felicia Langer kämpft, und sie kämpft immer für das Gute. Die Menschenrechtsanwältin, als Kind vor den
Nazis geflohen, später nach Israel emigriert, wurde dadurch bekannt, dass sie palästinensische Gefangene
vor den Militärgerichten verteidigte. Sie habe niemals Terroristen verteidigt, sagte sie auf einem Attac- Kongress in Wien, aber:
Man muss den Palästinenser die Pforte zum Leben öffnen! Und wir haben die Pforte zum Leben zugesperrt, hermetisch
abgeriegelt!“ Langer hat nie denen gehört, denen erlittenes Unrecht ein Argument für ein wehrhaftes Israel war.
1990 schloss sie ihr Anwaltsbüro in Jerusalem – aus Protest gegen die Besatzungspolitik, die das Recht
zur „Farce“ verkommen lasse. Im selben Jahr erhielt sie für ihren Einsatz den alternativen Nobelpreis.
Doch da war sie schon auf dem Sprung, nach Deutschland. „Wie kannst du in Deutschland leben?“ Auf diese Frage,
hat sie einmal geschrieben, antworte sie mit Rosa Luxemburg: „Ich fühle mich überall zu Hause, wo es Wolken, Vögel
und Menschentränen gibt“.Felicia Langers Deutschland ist das Deutschland der Friedensbewegung und Lichterketten.
Doch vereinnahmen lässt sie sich nicht. Die Diskussion um das Holocaust-Mahnmal in Berlin verfolgte
Sie mit Unbehagen. „ Es stört mich auch“ schrieb sie, „dass so ein Mahnmal unsere Leidensgenossen wie
Zigeuner, Homosexuelle, Behinderte und andere unschuldige Nazi-Opfer, deren Blut mit unserem vermischt
Wurde, unberücksichtigt lässt.

Gestern hat Felicia Langer in Lübeck den Erich-Mühsam-Preis verliehen bekommen. „Der Preis“, so heißt
es in den Statuten der gleichnamigen Gesellschaft, „wird an Projekte oder Einzelpersonen vergeben, die
wie Erich Mühsam Verhältnisse nicht als gegeben hinnehmen“.
Auch Felicia Langer würde die Verhältnisse nie als gegeben hinnehmen.
Sie hat den Preis verdient.

Ein Menschenrechtspreis für Felicia Langer Palästinenser-Anwältin in einer
Reihe mit Angela Davis und Fidel Castro

Als „eine Große an Menschlichkeit , Engagement und Charakter“ wird Felicia Langer
In der Begründung der Gesellschaft für die Preisverleihung gewürdigt. Mit ihren Büchern ,
Artikeln und Reden habe sie „die Wahrheit über die Lage der Palästinenser weltweit verbreitet“.

Schwäbisches Tagblatt
9.12.2006

Felicia Langer von GBM ausgezeichnet

Berlin. Die israelische Schriftstellerin und Menschenrechtsanwältin Felicia Langer ist mit dem Menschen-
rechtspreis der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e.V.(GMB) ausgezeichnet
worden. Die Ehrung wurde nach GMB -Angaben vom Dienstag damit begründet , dass sie sich für die
Rechte der Palästinenser und für die Überwindung des Hasses zwischen Juden und Arabern einsetzt. Zu
den bisherigen Trägern des jährlich verliehenen Preises gehören u. a. die Schauspielerin Käthe Reichel ,
Rechtsanwalt Friedrich Wolff und die US-amerikanische Friedensaktivistin Angela Davis.

Junge Welt
13.12.2006

Verdienstkreuz 1. Klasse für Felicia–Amalia Langer aus Tübingen

Staatssekretär Hubert Wicker: Jahrzehntelanges , herausragendes Engagement für Frieden , Gerechtigkeit und Wahrung der Menschenrechte – Beeindruckendes humanitäres Lebenswerk.

Staatssekretär Hubert Wicker hat Felicia–Amalia Langer aus Tübingen am 16.07.2009 das ihr von Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler verliehene Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

„Das humanitäre Lebenswerk von Felicia-Amalia Langer ist beeindruckend. Sie hat sich in herausragender Weise für Frieden und Gerechtigkeit sowie für die Wahrung der Menschenrechte eingesetzt. Ihr jahrzentelanges Wirken für Benachteiligte und Unterdrückte verdient großen Respekt und höchste Anerkennung.“

Dies sagte Staatssekretär Wicker bei der Ordensübergabe im Rahmen eines Empfangs am Donnerstag (16. Juli 2009) in der Villa Reitzenstein in Stuttgart. „ Ihre Kindheit und frühe Jugend waren geprägt von Leid,Krieg,Verfolgung und Flucht“ , sagte Staatssekretär Wicker . Im Jahre 1930 als Tochter jüdischer Eltern in Tarnow in Polen geboren, sei Felicia-Amalia Langer mit ihrer Familie vor den Natinalsozialisten i die UdSSR geflüchtet. Viele ihrer Familienmitglieder seien in Konzentrazionlagern gestorben.

„ Uns bleibt heute nur die tiefe Verneigung vor den Betroffenen und die Verpflichtung, alles dafür zu tun, dass Derartiges nie wieder geschieht“ , erklärte der Staatsekretär.

1965 habe Langer in Tel-Aviv eine eigene Anwaltspraxis eröffnet. Von da an habe sie sich durch die Verteidigung der Unterprivilegierten in Israel und in den besetzten Gebieten als Menschenrechtsanwältin einen Namen gemacht und gegen Enteignung, Häuserzerstörung und Deportation gekämpft. „Felicia-Amalia Langer begann, sich mehr und mehr für Frieden, Gerechtigkeit und ganz besonders für die Wahrung der Menschenrechte einzusetzen. In diesen 23 Jahren hat sie Vieles bewirkt und dabei stets auch ihre eigenen Kräfte bis na die Grenze des Möglichen beansprucht“, sagte Staatssekretär Wicker.

Im Jahre 1990 sei Felicia-Amalia Langer schließlich mit ihrem Mann nach Deutschland übergesiedelt. Neben Gastprofessuren in Bremen und Kassel habe sie zahlreiche Vorträge in Europa und in den USA sowie vor dem UN-Untersuchungsausschuss gehalten. Seit 1990 lebe Langer mit ihrem Mann in Tübingen. „Der kompromisslose Einsatz für die Menschlichkeit ist nach wie vor der Lebensinhalt von Felicia-Amalia Langer.

Immer noch kämpft sie für die Menschenrechte und einen gerechten Frieden inm Nahen Osten. Beharrlich verfolgt sie dabei ihr Ziel, eine Brücke zwischen Israelis und Palästinensern zu bauen“, erklärte Wicker. Über ihre Erfahrungen als Menschenrechtsan wältin habe Langer bereits zahlreiche Bücher geschrieben. Zudem halte sie Lesungen und Vorträge , gebe Interviews und beteilige sich an öffentlichen Diskussinen. Darüber hinaus engagiere sie sich als Schirmherrin des Vereins Flüchtlingskinder im Libanon e.V. und sei einige Jahre Vizepräsidentin der israelischen Liga für Menschenrechte gewesen.

Für ihr herausragendes Wirken sei Langer bereits mehrfach ausgezeichnet worden , unter anderem 1990 mit dem Alternativen Nobelpreis – dem Right Livelihood Award – sowie dem Menschenrechtspreis der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerecht und Menschenwürde e.V. im Jahr 2006. „Im Namen von Ministerpräsident Günther H. Oettinger und der gesamten Landesregierung, aber auch ganz persönlich danke ich Felicia -.Amalia Langer für ihr gesamtes humanitäres Lebenswerk „ , sagte Staatssekretär Hubert Wicker bei der Ordensübergabe .

Der Semit
4/2009